The Magic of Maui

Leben und Essen
Auf Maui lebt man sich sehr schnell ein. Die Temperaturen sind im Winter hier traumhaft bis (nachts etwas zu) warm – zumindest auf Meereshöhe. Das hawaiianische Flair sowie der entspannte Beach- und Surflifestyle sind hier tatsächlich überall zu spüren. (Fast) alle sind gut drauf, sehr aufgeschlossen, hilfsbereit und haben in allen Lebenslagen immer ein paar gute Tipps auf Lager, sei es zum Spot, zu Sightseeing-Geheimtipps oder dem teuren Lebensunterhalt.

Doch bald trägt auch der eigene Supermarkt-Spießroutenlauf Früchte und man weiß genau wo man was am „billigsten“ bekommt – sprich: immer noch zum doppelten Preis von daheim – oder man pfeift schlussendlich einfach drauf und kauft einfach alles aus Gewohnheit in einem der Megastores (K-Mart, Walmart, Safeway oder unserem Liebling Target – nachdem sie auch die Alkohol-Lizenz erworben haben). Auf unsere 50-70 $ pro Tag für zwei sind wir so oder so immer gekommen, sei es wenn man selbst kocht/ Brot backt oder billig essen geht. Darunter kommt man kaum weg, es sei denn man verzichtet auf gesunde Ernährung, sprich Instantnudel oder jeden Tag Jack in the Box – Faastfood-Angebote. Letzterer ist nach einem harten Surftag aber natürlich manchmal eine willkommene Belohnung, wenn man zu fertig für aufwändigere Futterbeschaffung ist.

1.3. Kuau, Maui, 5:30 Uhr
Da unser Vermieter Ben auf einem der schönsten Ausflugs-Katamaranen – der „Trilogy“ – arbeitet, erhalten wir glücklich die Gelegenheit zum „Freunde-Tarif“ mit auf den 5-Stündigen all-inclusive-Schnorchel-Ausflug zu kommen. Nachdem wir morgens ausnahmsweise mal gut organisiert und zeitig dran waren, will sich natürlich die verflixte Sonnencreme ebenso wenig finden lassen, wie ein Parkplatz am kleinen Hafen von Maalaea. So kommen wir schlussendlich doch wieder schwitzend und keuchend gerade noch rechtzeitig um 6 Uhr am Treffpunkt im Dock an.

Fast alle sind schon an Bord. Ben nimmt uns erleichtert in Empfang und zeigt uns unser Plätzchen unter Deck, wo wir Rucksäcke und Schnorchel-Ausrüstung ablegen können. Nachdem wir uns in bester Bierzeltmanier zu einem freundlichen Texaner-Pärchen auf die kleine Bank mit bester Aussicht ganz vorne am Bug gequetscht haben stechen wir in See. Mit all inklusive Verpflegung an Board bleiben keine Wünsche offen. So geht es nach leckerem Frühstück mit Kaffee und Tee gut gesättigt zum ersten Stopp des Ausflugs: der Sichelmond-förmigen Mini-Insel Molokini.

Dort angekommen werden wir nach einem ausführlichen Lehrgang über die Grundkenntnisse des Schnorchelns inklusive Trockenübungen für texanische und chinesische „Fast-Nichtschwimmer“ endlich von Ben ins absolut glasklare Wasser geschubst. Wow, was für eine Weitsicht unter Wasser! Große Freude bereiten uns nicht nur die zahlreichen, farbenfrohen Fische und Korallen, sondern vor allem auch unsere lieben Mitschnorchler und Volltouristen, wie zum Beispiel die allzeit sehr lauten und panischen Texorchler sowie einige andere amerikanische Walrösser.

Zurück an Bord geht es mit Kaffee und Kuchen weiter nach Turteltown. Es erwartet uns ein wirklich traumhaftes Erlebnis der Extraklasse. Im tief türkis-blauen Wasser begleitet von gut hörbaren Walgesängen mit den Schildkröten um die Wette zu chillen ist eine absolut beeindruckende und faszinierende Erfahrung. Nachdem bereits Ansätze von Schwimmhäuten sichtbar werden und uns die Flossen schon fast an den Füßen festgewachsen sind, müssen wir uns doch irgendwann schweren Herzens von diesem einzigartigen Ort und den Schildis trennen. Doch die Ankündigung der nächsten kulinarischen Stärkung sowie Wal-Sichtungen lassen uns schließlich doch zügig an Board krabbeln.

So erhalten wir auf dem Weg zurück in den Hafen tatsächlich on top noch eine beeindruckende Wal-Show, angefangen beim „Wal-Shaka“, Flossenklatschen, ersten Walbaby-Sprungversuchen bis hin zu Erdbeben-gleichen Einschlägen nach den imposanten Sprüngen der buhlenden, ausgewachsenen Buckelwale. Wir sind absolut begeistert und dem lieben Ben unendlich dankbar, dass er uns dieses halbtages-Spektakel für einen Bruchteil des Normalpreises von 140 $ pro Nase ermöglicht hat.

25.3., Kuau/ Paia, Maui
Unzählige Windsurfsessions sowie ausgiebige Tests der lokalen Küche und anderer hawaiianischer Rituale später, ergibt sich tatsächlich mal eine windlose 2-Tages-Lücke für „Kultur“ und Sightseeing. Die legendäre, von Lani lang ersehnte (und von Tobi gefürchtet langweilige) Road to Hana steht also endlich auf dem Alternativprogramm. Die ersten Kilometer sind auf Grund sehr feuchten Schmuddelwetters schneller als erwartet hinter uns gebracht. Fast etwas schade, doch der viele Regen ist in der nördlichen Urwaldgebieten um Haiku wohl sehr üblich. Wir geben dennoch unser bestes, die – dank „Maui Revealed“-App (gibt’s auch als Buch und ist absolut empfehlenswert für sämtliche Hawaiianische Inseln) entdeckten einsamen und wunderschönen, naturbelassenen Wasserfälle sowie eingewachsenen Natur-Pools im Dauerregen möglichst eindrucksvoll abzulichten.

Viele bis sehr viele enge Straßenwindungen später bessert sich das Wetter und wir erreichen unser Tagesziel bei Hana: den Red Sand Beach, der seine gesamte Farbpracht in der Abendsonne herrlich wiedergibt. So suchen wir uns nach Abendessen im Grünen ein möglichst ruhiges Schlafplätzchen und kuscheln uns in unsere komfortablen Boardbag-Laken im Van ein.

 

26.3., Hana, Sonnenaufgang
Die ersten Sonnenstrahlen kitzeln uns sanft aus dem unruhigen Schlaf, bevor uns der Auerhahn mit seinem Geschrei dann richtig wach kräht. Die Nacht war kurz und mäßig erholsam Dank ein paar stechenden Mistviechern, die sich unbedingt mit uns das Auto teilen wollten. Nach den nächtlichen mittelschweren Tobsuchtsanfällen und knapp-vor-Auto-abfackeln-Zuständen auf der Jagd nach den Unruhestiftern tut die friedliche Morgenstimmung richtig gut. Außer ein paar zaghaften Vogelstimmchen hört man hier auf der stillen Ostseite Mauis morgens wirklich nicht viel.

Am nächst gelegenen Strand – dem Koki Beach – können wir die Idylle direkt am Strand unterm Palmenhüttchen mit saftigem Frühstück gleich noch mehr genießen. Gestärkt und motiviert geht es weiter an den traumhaften Stränden der Ostküste entlang nach Süden, wo uns die Maui-Revealed-App nach kurzer Fahrt den Venus Pool schmackhaft macht. Also nichts wie Auto parken – euphorisch wie wir nach den tollen Ankündigungen des Pools sind aber leider auf der linken Fahrbahnseite im Parkstreifen, also gegen die Fahrtrichtung ausgerichtet. Das sehen die hawaiianischen Polizisten um 7 Uhr früh in der Pampa anscheinend gar nicht gern = 35 $ Ticket [12. Ach nö!].

Doch dieses kleine Malheur war der Ausflug fast wert, denn nach 10 minütigem Fußmarsch erreicht man den wohl zauberhaftesten, natürlichen türkis-grüne Pool, 3-seitig eingebettet von Felswänden und einem Kiesstrand mit Öffnung und Blick auf den Ozean. Wir haben noch dazu das Glück strahlenden Sonnenschein und die perfekte Gezeiten-Höhe zu erwischen, sodass es die tosenden Wellen vom Meer draußen nur ganz leise gurgelnd über die vorgelagerten Felsen ins glasklare, türkis-grüne Wasser der geschützten Bucht schaffen. Ein absolut umwerfender und fast schon unrealistisch schöner Anblick!
Doch das Beste kommt zum Schluss: der Pool ist locker 5 Meter tief und die Felsenwand bietet die perfekte Sprungschanze für die tägliche Adrenalindosis im Paradies. Juhu! Na dann mal abwärts ins türkis-grüne Nass.

Der eingebüßte Strafzettel mindert dieses zauberhafte Erlebnis anschließend also nur geringfügig, sodass wir gespannt dem letzten Teil des Hana-Highways, der Südküste Mauis, entgegensteuern. Auch hier werden wir wieder von der Vielfalt dieser schönsten aller Inseln überrascht. Neben 30 Meter hohen Wasserfällen und viiielen engen Nadelöhrkurven direkt an der Steilküste entlang staunen wir außerdem aber über den beeindruckend schnellen Landschafts-Wechsel um uns herum. Je näher wir den alten Lavaströmen des Haleakala am Südhang kommen, desto schneller verschwindet der wuchernde Urwald und weicht einer Steppenlandschaft, die immer dürrer und trockener wird. Plötzlich führt einen die Straße innerhalb von kaum 15 Kilometer gefühlt durch fünf völlig unterschiedliche Klimazonen und endet in einer schroffen, trockene Felsenlandschaft aus riesigen Lavagestein-Platten, bevor es wieder in die hügelige, grüne Hochlandschaft oberhalb von Kihei geht.
Nach diesen zwei erlebnisreichen Tagen muss also sogar Tobi zugeben: die Road to Hana ist alles, aber eines nicht: langweilig. Ein absolutes Muss beim Maui-Besuch (wenn grad kein Wind ist)!

29.3., Hookipa – DER Windsurfspot überhaupt
Nachdem wir ein paar Tage zuvor schon einen ersten, nicht wirklich zufrieden stellenden Hookipa-Anlauf bei falscher Windrichtung – süd-westlicher Kona-Wind, hier also ablandig – gestartet haben, folgt nun tatsächlich endlich der erste richtige. Mann, sind wir aufgeregt! Die Wellen sind mit ca. 1,5 Metern wirklich winzig für Hookipa, eigentlich auch winzig für uns, verglichen zu den 4-Meter-Brechern, die wir in Kanaha schon bezwungen haben.

Und trotzdem ist das hier einfach Hookipa, der Spot, an dem man in der Wind-Abdeckung der Bucht einen 4-Meter breiten Channel als Ein- und Ausstieg treffen muss, um nicht entweder im kniehohen Wasser von den Wellen fürchterlich übers Riff gehobelt zu werden oder aber mit Schmackes auf die Felsen am linken Rand gepfeffert zu werden. In beiden Fällen heißt es dann „ Und Tschüß, schönes Material.“, ein Satz, der hier in Hookipa an erster Stelle auf der Tagesordnung steht. So haben wir in unserer Zeit auf Maui alleine den allzeit extremen Ricardo Campello zwei Mal sein zerfetztes Material über die Felsen aus dem Wasser ziehen sehen, genauso wie zahlreiche andere Top-Weltklasse-Windsurfer (von uns bezeugter Rekord: 4 zerschmetterte Pro-Equipments innerhalb von 30 Minuten).

Wir haben also allen Grund, die Hosen gestrichen voll zu haben, finden wir… Lani macht wieder mal den Vorreiter und erwischt in 45 Minuten neben Sarah-Quita Offringa, Phillip Köster, Marcilio Brownie & Co. sogar einige schöne, clean laufende Wellen. Doch dank allzeit präsenter Gedanken wie „Bloß nicht zu spät aus der Welle rausgehen und auf die Felsen setzen!“ überragt der Adrenalinpegel am ersten Hookipa-Tag doch das Spaß-Level, sodass sie nach einer dreiviertel Stunde das Segel doch gerne stolz an Tobi abgibt. Der liefert dann in der nächsten Stunde einen sehr ordentlichen Beweis des Lernerfolges in den vergangenen Monaten ab, was Hookipa-Profi-Fotograf Jimmi Hepp sogleich mit einigen profimäßigen Action-Shots würdigt. Und das wichtigste: nichts geschrottet! [12. Puh!]

Das kann man wohl als einen erfolgreichen ersten Hookipa-Kontakt bezeichnen. Wir sind auf jeden Fall sehr zufrieden und happy. Maui-Windsurf-Ziel erreicht. Die letzten Tage hauen wir uns das Surfzeug bei den letzten großen Winter-Swell dann aber doch lieber wieder in Kanaha um die Ohren. So können wir uns im April nochmal richtig schön die Finger wund surfen, bevor es – selbstverständlich nach mehreren gebührenden Abschieds-Feiern – dann langsam ans Packen für Australien geht.

Coming up soon:
Vulkan-Insel Big Island, Party-Insel Oahu und die Reise ins Känguru-Land

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Latos-Way-Statistik:

12. Puh!

12. Ach nö!

8. Merke

 
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