Italien – Sottomarina 10. Oktober 2015

Spätestens nach dem enttäuschenden komplett-Flauten-Freitag (extra frei genommen) am Pier war klar, dass wir tatsächlich für nur einen Tag auf Bora-Jagd gehen würden. Ein kurzer Blick auf die aktuelle Vorhersage des Windfinders für Sottomarina am Samstag erleichterte uns die Entscheidung extrem. Also düsten wir abends gute zweieinhalb Stunden weiter südlich Richtung Venedig.

Gleich nach der Ankunft an der Landzunge vor Chioggia ließ sich trotz einsetzender Dunkelheit bereits erahnen, dass der Weg mit Surfmaterial von den Parkplätzen bis zum Wasser weder kurz noch sonderlich amüsant werden würde.

Doch wurde die (für 3 Tage ziemlich lange) Anreise tags darauf reich belohnt: mit über vier Stunden fetter Wave-Session und teilweise schön laufenden 1-Meter-Wellchen, die sich in Strandnähe schön steil aufstellten; davon abgesehen, dass man sich mit hunderten anderer Wind- und Kitesurfer in den heiß umkämpften Sets drängte, die auf den Strand donnerten. Die Vorhersage hatte wohl nicht nur uns so gut gefallen. Unzählige Riggs am Strand erschwerten die Suche des eigenen Materials nach der Mittagspause erheblich. Die Frage nach einem Sandschäufelchen oder einem Bagger wäre durchaus angebracht gewesen, wenn man sein Material – oder was davon noch aus dem Sand ragte – nach einer längeren Surfpause dann endlich in der bunten Masse ausgemacht hatte.

Das Wellenabreiten mutete nachmittags zwar mitunter eher wie eine Slalom-Skiabfahrt an, ließ sich mit einem kleinem, wendigen Board unter dem 4.5er Segel aber meist gut bewältigen. Andere hatten bei diesen Ausweich-Manövern allerdings weit weniger Erfolg und mussten ihr „Falt-Rigg“ nach dem Zusammenstoß (wild gestikulierend und lautstark italienische Flüche von sich gebend) in mehreren Stücken wieder an den Strand zerren. Wir hatten jedoch Glück und konnten abends erschöpft, mit viel Sand im Gepäck, aber äußerst zufrieden mit dem Surftag die Heimfahrt an den Lago antreten.