Hawaiian Islands und die Reise ins Land der Kängurus

15. April, Paia, Maui
Nach unzähligen traumhaften Erlebnissen, Eindrücken und Erfahrungen auf Maui – vom märchenhaften Sonnenaufgang auf dem Haleakala auf 3055 m über dem Meeresspiegel über zauberhafte und massive Wasserfälle bis hin zur täglichen Adrenalindosis auf dem Windsurfboard vor masthohen Wellen – ist es nun soweit. Heute ist der große Tag, an dem wir unsere Gastfamilie mit Mama Laura und Papa Ben nach sehr herzlichem und schwerem Abschied verlassen müssen. Auch der kleine Ranger-Puppie-Boy, der uns in den 2 Monaten genauso ins Herz geschlossen zu haben scheint, wie wir ihn, bemerkt die unschöne Stimmung sofort. Er zeigt seinen großen Unmut darüber, indem er Lani zum Abschied nochmal gebührend in die Brust zwickt und nicht mehr loslässt, um sie vielleicht doch behalten zu können. Aber es hilft nix, die Flüge sind gebucht. Das Windsurfer-Paradies zu verlassen, wenn man es einmal gefunden hat, ist natürlich auch nicht ganz leicht. Doch nach 2 Monaten ist das wirklich in Ordnung und die Vorfreude auf daheim wächst ebenso von Tag zu Tag.

Also los zum Kahului Airport, wo wir uns dank Guidos genialem Tipp den Porter-Service für VIP-Gäste zu Nutze machen. So kommt uns am Flughafen auf Anfrage sofort eine nette, junge Dame mit groooßem Gepäckwagen entgegen (tatsächlich sogar groß genug für den Transport von Gepäck unseren Ausmaßes!) und bittet um unsere Pässe. Das wars dann auch schon mit der Arbeit für uns! Unglaublich aber wahr, wir UND unser gesamtes Gepäck werden fernab von Schalter-Schlangen und ewigen Wartezeiten absolut inklusiv am Extra-Schalter eingecheckt, zahlen unsere Boardbags (35$ pro Boardbag bis 50lbs bzw. 70$ bis 70lbs zwischen 2 hawaiianischen Inseln) und bekommen unsere Tickets in die Hand. Damit stehen wir – unglaublich aber wahr – dann innerhalb von 10 Minuten komplett eingecheckt und gepäckfrei sowie absolut überrascht und orientierungslos in der Eingangshalle. Nicht mal gewogen haben sie unseren ganzen Krempel, obwohl wir alles tags zuvor extra 5-Mal aufs Gramm nachgewogen haben! [12. Puh!] Bester Tipp ever! Danke Guido, danke Hawaiian Airlines!!! Für diesen kostenlosen Spitzenservice gibt man doch sehr gerne ein paar Dollar Trinkgeld aus.

15. April, 15pm, Hilo, Big Island, Hawaii
Ein paar Lani-Tränchen und einen nicht mal einstündigen Flug später landen wir mit ca. 160 kg Gepäck also in Hilo auf Big Island. Dort heißt es erst mal ein bisschen Zeit totschlagen, da unsere Boardbags leider nicht mitgeflogen sind: zu groß für unser sympathisches Propellorflugzeug. Doch sie passen glücklicherweise wenigstens in die nächste, größere Maschine, sodass wir dir Bags eine Stunde später bereits in Empfang nehmen und in unser Mietauto hieven können.

Dank Voraus-Buchung von Avis-Van und Storage für unser Equipment, sind wir nach einer Stunden harter Arbeit also endlich mobil für die Erkundung des Vulkano-Parks. Mit der der Chrysler-Luxus-Karre – automatische Schub-/ Hecktüren sowie jeglicher sonstiger Schnickschnack – und der Luxus-Elektro-Luma können wir es die nächsten 2 Tage schon mal überleben. Das einzige kleine Minus des Luxus-Familienschlittens: er hat für den Camper-Geschmack viel zu viele Lichter im Innenraum, die einen des nächtens jedes Mal erblinden lassen und das Auto zu einer kaum auffällig strahlenden Disco-Kugel verwandeln, wenn aus gewissen Gründen mal eine Tür öffnen muss.

Wie geplant werden wir zuerst unser gesamtes Gerattel ganz unkompliziert beim Self-Storage in einem großen Schließfach bis übermorgen los und erfreuen uns ungekannter Gepäck-Leichtigkeit beim Erforschen von Big Island. Wir persönlich kommen an diesem Tag zu dem Schluss, dass die Hauptinsel der Hawaiianischen Inselkette hier bei Hilo im Großen und Ganzen sehr der NO-Küste Mauis ähnelt, nur viel großflächiger, ruhiger, weniger touristisch, aber auch etwas weniger „aufgebrezelt“ und gepflegt.

Nach einem stärkenden Abendessen und Erforschen des Küstenstreifens auf Duschmöglichkeiten geht es auf Schlafplatzsuche. Immer sehr spannend, wenn man offiziell nirgends übernachten darf. Wie meistens finden wir schließlich doch ein nett gelegenes Plätzchen, allerdings diesmal ein voller Jackpot: das aufgeheizte Auto gleicht einer Dampfsauna und nebenan beginnt die Obdachlosen-Strandparty. Also eher nix mit Türe offen lassen. Glücklicherweise fängt es gehen Mitternacht zum Schütten an, was uns dann doch noch eine ruhige Nacht erlaubt.

16. April, Vulkano National Park – Hawaii (Big Island)
Vom heutigen Tag erwarteten wir uns laut Ankündigung spuckende Magma-Fontänen sowie flüssige Lava ins Meer blubbern zu sehen. Immerhin haben wir uns den Zusatz-Ausflug auf Big Island insgesamt um die 400 $ kosten lassen. Da wir wie leider mal wieder völlig uninformiert sind, brauchen wir erst mal Internet. Nach einem leckeren Frühstück und einer halben Stunde Googeln erschleicht uns langsam der Verdacht, die erhoffen Lavaströme doch nicht zu Gesicht zu bekommen. Im Netz ist zur aktuellen Lage nur wenig zu finden, da sich die Situation am Vulkan schneller ändert, als Claus die Trainingspläne im Fitnesstraining. So müssen wir erst mal zum Infocenter im Vulcano National Park.

Leider wird unser Verdacht dort bestätigt, dass der Kilauea-Vulkan derzeit nicht besonders kreativ am werkeln ist und für uns heute weder brodeln, noch oberflächlich sichtbar mit Lava spritzen will [13. Ach nö!].
Nach einem aufmunternden Laune-Sturzbierchen geht es dann erst mal an stinkenden Schwefellöchern vorbei bis an den Rand des gigantischen erloschen Kraters.

Wir holen das Beste aus dem Tag und haben das Glück, neben einigen sehr interessanten Einblicken in die aktuelle/ Entstehungsgeschichte der hawaiianischen Vulkan-Inseln auch eine exklusive und eindrucksvolle Führung in die Kaldera, den Hauptkrater des Kilauea zu erhalten. Ein wirklich atemberaubendes Gefühl so hilflos und unscheinbar auf diesem Chiemsee-großen! zerklüfteten Pulverfass aus aufragenden warmen Vulkangestein-Platten herumzustiefeln,  eingezäunt von der ca. 200 m hohen Mauer der Vulkanwände.
Wenn man hier so auf der vergleichsweise „dünnen“, wummernden Lavagesteinsschicht über flüssige Erde spaziert und es überall aus schmalen, endlos tiefen Erdritzen dampft und zischt, wird einem doch sehr deutlich wie klein und kurzweilig das Menschlein in der Erdgeschichte ist.
Nach Sonnenuntergang bietet sich uns dann noch ein beeindruckendes Leucht- und Rauch-Spektakel am aktiv vor sich hinbrodelndem Teil des Kraters. Bis zur Lava hinunter sieht man leider nicht, aber es ist dennoch ein faszinierendes und mulmiges Gefühl, in so ein leuchtendes Loch ins aktive Erdinnere zu blicken. So war der Tag doch um einiges spannender und interessanter, als anfangs befürchtet.

17. April, Hilo, Self-Storage
Unser Gepäck wieder aus dem Spint gezerrt und im Auto verstaut, geht es nach ausgiebigem Frühstück am Fuße des Vulkans ab zur Gepäckaufnahme am Flughafen. Dank dem VIP-Porter-Service der Hawaiian Airlines geht es auch diesmal äußerst entspannt zum Flugzeug auf die nächste Hawaiianische Insel: Oahu.
So landen wir ohne weitere Zwischenfälle und diesmal sogar mit unseren Boardbags in Honolulu. Dort trägt auch gleich das Willkommens-Autoupgrade von Avis zu unserer guten Laune bei. Mit unserem fetten, gepäckmäßig etwas vergewaltigten Ford Explorer-SUV machen wir uns kurze Zeit später auf zu unserem WG-Zimmer am Diamond Head.

Auf dem Weg passieren wir die unglaublich touristische und verbaute Beachfront von Honolulu und Waikiki. Hochhäuser über Hochhäuser, Luxushotels, Boutiquen sowie Nobel-Shoppingmeilen und künstliche Kanälen am Golf-Court mitten in der Großstadt lassen die Kinnlade erst mal runterklappen. Das hat nun wirklich nichts mehr mit Hawaii zu tun.

Den kleinen Touri-Fake-Hawaii-Schock haben wir beim Bezug unserer Oberklasse-Unterkunft und herzlichster Aufnahme unseres deutschen Vermieters Christian doch schnell überwunden und staunen nur noch über die Skyline-View seiner Terrasse. Gleich machen wir uns auf Oahu-Erkundung und finden im Osten der Insel doch bald die wohlbekannte, wunderschön grüne Vulkan-Landschaft wieder.
Unser Ziel heißt Kailua – der Strand an dem Windsurf-Ikone Robby Naish das Windsurfen gelernt hat, als wir noch in Adams Wurstkessel steckten. Da es tatsächlich sogar ein bisschen windet, kann uns trotz schlechten Wetters und auflandig zerblasenen Kappelwassers nichts mehr an Land halten. An diesem quasi legendären Spot muss man als leidenschaftlicher Boardhead schon mal draußen gewesen sein. Dachten wir zumindest. Naja… wir waren draußen. Mehr muss man dazu an dieser Stelle nicht sagen; außer vielleicht, dass Naish wohl nicht der geworden wäre, der er heute ist, wenn er auf Oahu geblieben wäre. 😉

Einzig ein Punkt gefällt uns auf dieser Insel besser, als auf unserer Lieblingsinsel Maui: das Nachtleben von Waikiki-Beach lässt unser Partylöwen-Herz nach langer Abstinenz natürlich Luftsprünge machen. So wird nach einem romantischen Skyline-Panorama-Sonnenuntergang vom Diamond Head  Waikikis Party-Potenzial ausgiebig getestet. Und wir müssen sagen: Test mit Bravour bestanden, und das an einem Montagabend.

20. April, Honolulu, Oahu
Eine beachtliche – und für Tobis Rücken sowie Segel folgenschwere – Wave-Session am Diamond Head später, sind die knapp drei Tage auch schon wieder rum. Also ein letztes Mal in die äußerst gemütlichen Kissen des Kingsize-Bettchens kuscheln, denn bis zum nächsten richtigen Bett sind es mit dem bevorstehenden Australien-Roadtrip noch über 3 Wochen. Reise-organisationstechnisch werden wir sogar tatsächlich langsam besser, denn wir haben unsere 7 Sachen diesmal schon am Vorabend unter größten Anstrengungen und logistischen Problemen in das Ford-SUV gepresst. Also schlagen wir uns ohne Eile durch den Großstadt-Dschungel zum Flughafen. Gewohnt easy verläuft auch dieses Mal das Einchecken unserer Gepäck-Berge (auch diesmal nicht gewogen) mit dem überragenden Porter-Service der Hawaiian Airlines.

20. April, Honolulu Airport, 12.30h Ortszeit
Nun ist es also tatsächlich so weit. Wir verlassen Hawaii nach zwei absolut überwältigenden Monaten, doch mit Sicherheit nicht für immer. Auf Grund des satten Entertainment-Programms und den neusten Filmen vergeht die Zeit an Board Richtung Down Under einigermaßen flott. Nach 11-stündigem Flug landen wir –  sage und schreibe ganze 4 Filme und eine überflüssige Kabinen-Desinfektions-Aktion des australischen Sicherheitspersonals später – im Land der Kängurus. Die gewohnte Gepäcktransport-Katastrophe nehmen wir mittlerweile zwar schon etwas gelassener, trotzdem ist es kurz gesagt einfach mal wieder eine riesen Sch…erei. Die DREI Mega-Boardbags gehen natürlich durch keine Tür, egal wie man sie auf den Mini-Gepäckwägelchen balanciert. Endlich in der Eingangshalle angekommen wiederholen wir das Spielchen von damals in Brasilien und schlagen unser Nachtlager in einem lauschigen, taghellen, lauten Eck des Flughafens auf. Nur diesmal in der DeLuxe-Variante: wir verbarrikadieren uns hinter unserer aufgetürmten Boardbag-Mauer und LASSEN unsere elektrische Kingsize-LuMa aufblasen. Da gucken sie die Australier.

21. April 2016, Donnerstag, nicht vorhanden. Danke Datumsgrenze!
Somit feiert Tobi ab jetzt seinen Geburtstag immer schon am 11. Januar. Wir nehmen uns fest vor, uns diesen Tag auf der nächsten Weltreise (dann natürlich in anderer Flugrichtung) wieder zurück zu holen.

22. April, Sydney International Airport, Australien
Dank kurzer Nacht wegen eines Pressespektakels direkt vor unserem Schlafzimmer müssen wir uns nach dem Schock über den Verlust eines ganzen Tages sowie Spekulationen über die körperlichen Langzeit-Folgen erst mal mit einem Frühstück „beruhigen“, um wieder vom Lachflash herunter zu kommen. Die anschließende Odyssee zum Camper-Rental macht ihrem Namen mal wieder alle Ehre und kostet uns satte 90 AUD, da wir intelligenter Weise natürlich nicht beim Verleih hinterm Flughafen gebucht haben, sondern bei dem 15 km Stadt-auswärts gelegenen [12. Ach nö!]. So schnell ist die euphorische Stimmung dann auch schon wieder dahin. Doch ein mutiger Taxifahrer nimmt sich unser hilfsbereit an und wir quetschen das ganze Zeug diesmal zur Abwechslung in ein Rollstuhl-Taxi. Drin is drin und die Türen gehen – mit etwas (kräftiger) Nachhilfe – sogar alle zu. Am Apollo Camper-Rental angekommen müssen wir unseren ganzen gewohnten Auto-Luxus leider über Bord werfen und bekommen dafür aber einen wirklich top ausgebauten und durchdachten Minibus: ein 80er-Jahre Mitsubishi mit Küche, Bett, Dachgepäckträger, geschätzten 25 PS UND dem gefürchteten Lenkrad auf der falschen Seite.

Misstrauisch beäugt von den Angestellten zurren wir die 100 kg also auf das ächzende, kleine Dach des armen Hippie Campers. Nach ein paar Übungsrunden, Scheibenwischer-Blinken sowie Abwürgen und Aufheulen des ungewohnten, vergrießgnaddelten SCHALT-Getriebes durch das Industriegebiet, fühlt sich Tobi wieder einigermaßen gewappnet. Bis auf ein paar wenige Momente der Angst und Verwirrung, die an dieser Stelle vernachlässigt werden sollen, liefert er die nächsten Stunden im Links-Verkehr eine akzeptable Leistung. So können wir am Wanda-Beach gleich unsere Camping-Ausrüstung testen und die Nerven mit einem fetten Lunch beruhigen. Am Nachmittag lässt Tobi sogar erstmals den guten, alten Chili zur gemütlichen 5.8er-Freeride-Session in die australischen Gewässer.

Dauerregen und 17 Grad lassen uns die ersten zwei Tage eher vermuten, in good old England gelandet zu sein, doch wir nutzen die Zeit für unsere Lieblingsbeschäftigungen: Autofahren (ha-ha-ha!) und Surfshops- sowie Spots in der Nähe auskundschaften. Rechtzeitig zum Stadt-Sightseeing stimmt sich das Wetter jedoch gnädig und erlaubt uns 2 sonnige Stadtbummel-Tage in Sydney.

Coming up soon:
Sydney, Surfen ohne Segel und erste Beutelhüpfer-Kontakte

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Latos-Way-Statistik:

12. Puh!

13. Ach nö!

8. Merke

Abschied von Maui und Weiterreise nach Australien in 2 Videos gefasst:

 
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